Einteilung

Akute und chronische Rückenschmerzen

Um Rückenschmerzen besser einteilen  zu können, wird das Beschwerdebild nach der Dauer und dem Entstehungsort des Schmerzes beschrieben. Die Beschwerden lassen sich nach der Dauer, seit dem die Rückenschmerzen bestehen, in 3 verschiedene Schmerzzustände einteilen:

  • akute Rückenschmerzen – bestehen kürzer als 6 Wochen
  • subakute Rückenschmerzen – bestehen zwischen 6 und 12 Wochen
  • chronische Rückenschmerzen – bestehen mehr als 12 Wochen

Der Übergang von akuten zu chronischen Rückenschmerzen ist oft fließend, denn jeder akute Schmerz kann sich zum chronischen Schmerz entwickeln. Die Beschwerden sind oft langwierig und dauern über Monate oder gar Jahre an. Wenn Schmerzen auf Grund von Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule oder von Erkrankungen wie z.B. der Osteoporose  bestehen, können die Ursachen nicht beseitigt werden. Dann wird der Schmerz als eigenständiges Krankheitsbild angesehen und die Behandlung des Schmerzes steht an vorderster Stelle.

Radikuläre und pseudoradikuläre Schmerzen

Bei einer akuten Beschwerdesymptomatik, erfolgt die Einordung in so genannte radikuläre oder pseudoradikuläre Schmerzen. Der wesentliche Unterschied beschränkt sich auf den Ort der Entstehung des Schmerzes und in welche anderen Körperregionen der Schmerz ausstrahlen kann.

Radikuläre (die Wurzel betreffend) Rückenschmerzen treten auf, wenn Druck auf die Rückenmarksnervenwurzeln (Spinalwurzeln) ausgeübt wird. Dahinter kann beispielsweise ein Bandscheibenvorfall oder eine Stenose (Verengung des Wirbelkanals) stecken. Die Schmerzen werden von Patienten als brennend, stechend oder ziehend empfunden und können in andere Körperregionen (Gesäß, Beine) ausstrahlen. Der Schmerz kann so gravierend sein, dass die Muskelkraft nachlässt oder Lähmungserscheinungen in entsprechenden Gliedmaßen auftreten.

Bei pseudoradikulären Rückenschmerzen sind dagegen nicht die Nervenwurzeln betroffen. Hierbei entsteht der Schmerz häufig durch eine Fehlbelastung der Wirbelsäule im Alltag, Bandscheibenveränderungen (kein Vorfall) oder durch altersbedingte Verschleißerscheinungen. Die Schmerzen werden eher als tief, dumpf oder ziehend empfunden und sind gegenüber dem radikulären Schmerz nur schwer zu lokalisieren. Patienten klagen oft über Schmerzen in Rücken und Gesäß, häufig auch nur auf einer Seite. Dabei strahlt der Schmerz nicht ins Bein aus, allerdings können Kribbelgefühle auf der Haut in entsprechenden Körperregionen auftreten. Die Prognose von pseudoradikulären Schmerzen ist deutlich besser, als bei direkten Schäden der Nervenwurzeln. Unter Vorbeugung finden sich einige Maßnahmen zur Vorbeugung von Rückenschmerzen.